Arbeit 259 Eigene Deutung canva

Nr. 259 / Eigene Deutung / 36×48 cm / 2026 / Acryl auf Acrylpapier mit Leinenstruktur.

Die Arbeit „Eigene Deutung“ entfaltet sich als visuelles Nachdenken über Wahrnehmung und Freiheit.

Der Hintergrund wirkt bewegt und offen, durchzogen von geschwungenen Linien und fließenden Farbflächen. Tiefes Blau trifft auf warme Orange- und Pfirsichtöne, dazwischen helle Übergänge.

Diese Farben bilden die Gefühlsebene: Sie changieren zwischen Ruhe und Spannung, zwischen Weite und innerer Bewegung, wie ein emotionales Gelände ohne festgelegte Richtung.

Über diesen Hintergrund legt sich das Weiß als gelassene Schicht. Es dominiert nicht, sondern ordnet. Das Weiß wirkt wie ein stiller Filter, der nicht festlegt, sondern auswählt. In ihm öffnen sich die Durchlässe; kantig, gerichtet, beinahe konstruktiv.

Diese Elemente strukturieren die kognitive Ebene der Arbeit. Durch sie wird die Welt plötzlich lesbar, scheinbar geradlinig, auf Ziele hin ausgerichtet. Doch diese Ordnung ist kein objektives Gegebenes, sondern Ergebnis der eigenen Deutung.

Die Komposition lebt von diesem Spannungsverhältnis. Die Durchlässe schneiden Richtungen in das Fließende, geben Halt, ohne die Bewegung des Hintergrunds aufzuheben. Sie sind wie gedankliche Fenster, durch die Realität eine Form annimmt. Gleichzeitig bleibt sichtbar, dass auch diese Ordnung fragil ist, abhängig vom Standpunkt des Betrachtenden.

„Eigene Deutung“ erzählt davon, dass Wirklichkeit nicht gefunden, sondern gestaltet wird.

Gelassenheit erscheint hier als Voraussetzung von Freiheit: Erst wenn das Bedürfnis nach einer einzig richtigen Sichtweise nachlässt, öffnet sich der Raum für persönliche Bedeutung. Die Arbeit lädt dazu ein, die eigene Perspektive nicht als Grenze, sondern als schöpferischen Akt zu begreifen.

Arbeit 259 eigenedeutung
Meine Originale werden in einem selbstentwickelten Acrylglasssandwich gerahmt
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