Arbeit 267 Weissfelder 3 canva

Nr. 267 / Weißfelder 3 / 65×50 cm / 2026 / Acryl auf Acrylpapier mit Leinenstruktur.

Mit Weißfelder 3 verdichtet sich für mich die Werkreihe Weißfelder des Lebens in einer besonders dichten und spannungsreichen Form. Die Arbeit wirkt wie ein Bildraum unter Spannung. Breite gestische Bahnen, schmale lineare Eingriffe, transparente Überlagerungen und dunklere Setzungen dehnen sich in viele Richtungen aus und halten den gesamten Bildkörper in Bewegung.

Auffällig ist für mich die Farbdramaturgie. Violette, lavendelartige und tief dunkle Passagen legen sich über einen Hintergrund aus gelblichen, grünlichen und kühleren Zonen. Dadurch entsteht ein Wechselspiel von Wärme und Kühle, Licht und Gewicht, Aufscheinen und Behauptung. Der Hintergrund ist für mich keine bloße Fläche. Er ist ein atmosphärischer Resonanzraum. Er trägt die Komposition, öffnet Tiefen und setzt zugleich Gegenkräfte zu den schiebenden Formen im Vordergrund.

Diese Formen durchziehen das Bild diagonal, kreuzend und übergreifend. Nichts bleibt für sich. Es entstehen Verdichtungen, in denen sich die Bahnen bündeln, überlagern und beinahe verkeilen, während an anderen Stellen kurz lichtere Durchblicke möglich werden. Gerade diese Spannung zwischen Verstellung und Öffnung gibt der Arbeit ihre innere Dynamik. Der Bildraum ist für mich nicht konstruiert, sondern entsteht aus Schichtung, Überschreibung und partieller Freigabe.

Das Weiß übernimmt auch hier seine zentrale Funktion, allerdings in einer anderen Tonlage als in den vorangegangenen Arbeiten. Es erscheint weniger als ruhige Fläche, sondern stärker als aktive Durchsetzung innerhalb eines komplexen Gefüges. Die weißen und aufgehellten Partien schneiden, klären, tragen und unterbrechen. Sie erzeugen Momente von Präsenz inmitten einer stark aufgeladenen Komposition. Dadurch werden die Weißfelder zu Zonen innerer Behauptung.

Trotz der hohen Energiedichte ist die Arbeit für mich nicht beliebig. Rhythmische Wiederholungen, Richtungswechsel und das Verhältnis von Masse und Offenheit halten sie zusammen. Genau darin liegt ihre Qualität: Weißfelder 3 übersetzt Komplexität nicht in Chaos, sondern in eine vielschichtige Ordnung.

So verstehe ich die Arbeit als konzentrierte Reflexion über innere Souveränität. Identität, Gelassenheit und Freiheit erscheinen hier nicht als stille Zustände, sondern als Kräfte, die sich inmitten von Druck, Überlagerung und Widerspruch behaupten.

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