Nr. 298 / weißbestätigt / 48×36 cm / 2026 / Acryl auf Acrylpapier mit Leinenstruktur
Weißbestätigt heißt: die Zustimmung, die du dir selbst gibst, bevor sie von außen kommt.
Im Zentrum steht ein Haken, das Zeichen für erledigt, für richtig, für angenommen, und er ist bewusst spiegelverkehrt gesetzt. Dadurch bestätigt er nicht etwas, das jemand anderes abgehakt hat, sondern kehrt die Richtung um und meint den, der davorsteht.
Sein linker Schenkel fällt steil herab, trifft tief unten auf einen Knick und steigt von dort breit nach rechts oben wieder auf. Der tiefste Punkt der Arbeit ist damit genau der Punkt, an dem die Bewegung sich wendet.
Das Weiß ist dabei keine dünne Schicht, es hat Masse und Gewicht und tritt spürbar aus der Fläche heraus. Das Licht findet darin Grate, Rillen und feine Stauchungen und macht daraus ein Spiel von heller Klarheit und weichen Schatten, in dem man aus der Nähe immer neue Einzelheiten entdeckt.
Die Grünfelder ringsum sind klar geschnitten, und ihre Kanten laufen parallel zu den Schenkeln, sodass der Grund die Bewegung aufnimmt und weiterführt.
Diese Kanten kippen beim Sehen zwischen zwei Lesarten, mal wirken sie wie eine flache Teilung der Fläche, mal wie Kanten eines Raums, in dem die weiße Form wirklich steht, und aus diesem Pendeln entsteht ein Gespräch zwischen der Arbeit und ihrem Gegenüber.
Wer möglicherweise gerade vor etwas Schwerem steht, findet hier vielleicht dies: Der Haken der Zustimmung braucht seinen tiefsten Punkt, denn genau dort beginnt der Aufstieg, der ihn vollendet.