Nr. 265 / Weißfelder 1 / 65×50 cm / 2026 / Acryl auf Acrylpapier mit Leinenstruktur.
Mit Weißfelder 1 verdichtet sich für mich ein Bildraum aus Bewegung, Überlagerung und malerischer Setzung. Was zunächst wie ein abstraktes Gefüge aus Weiß, Kobaltblau, Ultramarin und lichten Zwischentönen erscheint, ist für mich eine präzise komponierte Ordnung von Kräften.
Die Arbeit ist von diagonalen Zügen, schiebenden Bahnen und sich kreuzenden Spuren durchzogen. Breite gestische Setzungen legen sich über transparentere Schleier, lineare Eingriffe schneiden durch weichere Zonen, dunklere Blaubänder behaupten sich gegen offene und lichte Partien. Dadurch entsteht kein illusionistischer Tiefenraum, sondern ein vibrierendes Dazwischen aus Vordergrund, Durchlass, Überdeckung und Einschub.
Gerade in dieser Spannung gewinnt das Weiß für mich seine eigentliche Bedeutung. Es ist nicht Grundierung, Reserve oder Leerstelle. Es ist eine aktive Bildkraft. Das Weiß öffnet, trägt, unterbricht und bündelt. Es schafft Zonen der Klärung in einem Bildgeschehen, das zugleich unruhig, dynamisch und vielschichtig bleibt.
Die Weißfelder stehen also nicht außerhalb der Komplexität, sondern mitten in ihr. Genau daraus entsteht für mich die Spannung zwischen Ruhe und Impuls, Sammlung und Drift, Behauptung und Durchlässigkeit.
Wichtig ist mir auch die materielle Qualität der Oberfläche. In der Arbeit bleiben Spuren des Werkprozesses sichtbar: Schichtung, Abzug, Übermalung, Wischen und erneute Setzung. Das Bild soll keine glatte Behauptung sein, sondern das Ergebnis eines Ringens um Balance.
Für mich ist Weißfelder 1 deshalb keine dekorative Abstraktion, sondern eine Bildordnung, in der Komplexität sichtbar wird, ohne geglättet zu werden. Aus der Reduktion auf Weiß und Blau entsteht eine psychische und räumliche Dramaturgie, die mich selbst beim Arbeiten interessiert hat.
So verstehe ich diese Arbeit als Resonanzraum, in dem Identität nicht als starre Form erscheint, sondern als haltgebende Präsenz im Fluss des Lebens. Darin liegt für mich ihre innere Geschlossenheit und zugleich ihre Offenheit.
Kulturelle Kontextualisierung
In einer Kultur, die Perfektion und glatte Oberflächen als Maßstab setzt, erinnert diese Arbeit daran, dass das Sichtbarbleiben von Ringen, Schichtung und Widerspruch keine Schwäche ist, sondern Aufrichtigkeit. Identität ist hier keine fertige Form, sondern eine lebendige Präsenz im Fluss des Lebens. Das entspricht dem, was viele Menschen heute suchen: nicht Perfektion, sondern etwas Echtes.
Politische Kontextualisierung
Politische Kommunikation arbeitet heute oft mit der Illusion von Klarheit und Kontrolle, während die tatsächliche Komplexität unsichtbar gemacht wird. Diese Arbeit zeigt, dass Stärke nicht aus dem Glätten von Widersprüchen entsteht, sondern aus der Fähigkeit, inmitten von ihnen eine haltgebende Ordnung zu schaffen. Eine Demokratie, die Komplexität sichtbar lässt statt sie zu verbergen, ist letztlich glaubwürdiger und belastbarer.
Ab dem 28.05.2026 ist diese Arbeit in einer exklusiven Ausstellung der Galerie Jaeschke, in den Räumen der Industrie und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, zu sehen.
Adresse der Ausstellung: Porschestraße 32, 38440 Wolfsburg
Bei Interesse zum Erwerb der Arbeit nehmen Sie bitte direkt mit der Galerie Jaeschke Kontakt auf.
Ansprechpartner sind Jana Jaeschke und Sabrina Pannier.
Galerie Jaeschke GmbH
Schuhstraße 42
38100 Braunschweig
Tel: (0531)24312-0
E-Mail: mail@galerie-jaeschke.de