Wörter mit weiß ist die jüngste Erweiterung meines künstlerischen Denkens. Wo meine bisherigen Werkreihen das Weiß als Fläche, als Feld und als Freistellung erforschten, tritt nun eine weitere Dimension hinzu, die Sprache selbst.

Jede Arbeit dieser Reihe trägt einen Titel, der neu gedacht wurde, indem ein bestehendes deutsches Wort mit dem Klang und der Bedeutung von weiß verschmilzt. So entstehen Begriffe wie Traumweißheit, Klarweißheit, Stillweißheit, Leichtweißheit, Reifweißheit, Fernweißheit oder Grundweißheit, ebenso wie die leiseren Formen traumweißlich, schemenweißlich, dämmerweißlich, florweißlich, nebelweißlich, ahnungsweißlich und skizzenweißlich.

Diese Wortschöpfungen sind keine Spielerei am Rand meiner Malerei. Sie sind ihre konsequente Fortsetzung mit anderen Mitteln. Wenn Weiß in meinen Arbeiten seit jeher für Gelassenheit, Freiheit und Identität steht, dann verleiht ihm die Sprache nun einen Resonanzraum, der über das Sichtbare hinausreicht. Ein Wort wie Fernweißheit trägt die Sehnsucht in sich, ohne sie auszusprechen. Ein Wort wie Stillweißheit lässt die Ruhe klingen, noch bevor ein Betrachter die Leinwand überhaupt erreicht hat.

Die erste Arbeit dieser Reihe trägt den Titel Durchweißung. Der Titel beschreibt einen Zustand, in dem Weiß nicht auflagert und auch nicht bloß bedeckt, sondern hindurchgeht. Es durchdringt die Fläche, ohne die Farben unter ihm auszulöschen. Genau darin liegt die Haltung, die diese neue Reihe trägt. Weiß wird zur Sprache, und Sprache wird zur Haltung.

 

Arbeiten 2026

Arbeit 295 Hoffnungsweiss canva
Nr. 295 / Hoffnungsweiß / 65x50 cm
Arbeit 294 Durchweissung
Nr. 294 / Durchweißung / 65x50 cm
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