Arbeit-240 - Freier Fall

Nr. 240 / Freier Fall / 50×70 cm / 2025 / Acryl auf Leinwand. #Himmelskörper

Die Arbeit „Freier Fall“ zeigt ein Blatt, das wie ein verletzter Zeuge des Wandels im Raum hängt.

Seine Form wirkt gebrochen, die Kanten ausgefranst, als hätte die Zeit selbst daran genagt. Die innere Textur des Blatts trägt ein vibrierendes Zusammenspiel aus Grün und Orange. Grün erscheint als fragile Spur von Hoffnung und Zuversicht, die sich gegen die Brüche behaupten muss. Orange entfaltet kreative Energie und Lebendigkeit, ein letztes Aufglühen, das den Sturz nicht aufhält, aber ihm eine innere Würde verleiht.

Besonders markant ist der Schlagschatten des Blatts, der sich in die Wolken und in den Himmel legt. Er wirkt, als sei das Blatt im Fallen begriffen, sondern geradezu in den Himmel gestanzt worden.

Diese visuelle Irritation erzeugt einen Moment des Innehaltens. Der Schatten öffnet eine zweite Ebene, einen stillen Kommentar über die Spuren, die die Natur hinterlässt, vielleicht im Moment ihres Verschwindens.

Der Hintergrund zeigt einen zarten, kindlichen Himmel in hellem Blau. Die Wolken erscheinen weich und fast unschuldig, ein Kontrast zur inneren Zerrissenheit des Blatts. Sie wirken wie eine Kulisse, die die Dramatik des Falls nicht mildert, sondern deutlicher hervorhebt.

Die Arbeit lädt den Blick immer wieder zurück auf die fragile Schwebe zwischen Leichtigkeit und Schwere.

Die gesamte Komposition evoziert ein Nachdenken über Verantwortung und Erbe. Das Blatt wird zu einem Sinnbild für eine Natur, die nicht einfach vergeht, sondern im Fallen ein letztes Mal ihre ganze Geschichte zeigt.

„Freier Fall“ spricht mit stiller Dringlichkeit. Es ruft den Betrachter dazu auf, die fragile Balance zwischen Angst, Unsicherheit und der Möglichkeit neuer Zuversicht wahrzunehmen, bevor die Schwerkraft endgültig entscheidet.

 

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