Nr. 249 / Gelassenheit 1 / 36×48 cm / 2026 / Acryl auf Acrylpapier mit Leinenstruktur. #Gelassenheiten und Freiheit
Die Arbeit Gelassenheit 1 markiert keinen Anfang im klassischen Sinne, sondern eine innere Ankunft. Sie ist das sichtbare Echo eines Zustands, der mir lange unbenannt blieb und erst spät als existent erkannt wurde.
Die Arbeit erzählt nicht von einem dramatischen Bruch, sondern von einem leisen Umschalten der Wahrnehmung, von einer Freiheit, die nicht erkämpft, sondern freigelegt wurde.
Kompositorisch entfaltet sich die Arbeit in einem spannungsvollen Gleichgewicht aus Überlagerung und Ordnung. Die konstruktiven Formen scheinen sich entlang unsichtbarer Achsen zu organisieren.
Vertikale und horizontale Elemente kreuzen sich in einer Weise, die an klassische Kompositionsprinzipien erinnert, ohne sie dogmatisch zu zitieren. Der Bildraum wirkt ausbalanciert, als läge ein ruhender Schwerpunkt nahe einer inneren Mitte, vergleichbar mit einem verschobenen Goldenen Schnitt, der nicht mathematisch, sondern emotional wirkt. Nichts drängt sich in den Vordergrund, nichts fällt heraus.
Die weiße, leicht opake Schicht legt sich wie ein Schleier über die Komposition. Sie ist kein Deckmantel, sondern ein atmosphärischer Zustand. Diese Schicht steht für Gelassenheit als innere Distanz, die nicht trennt, sondern klärt.
Wie Morgendunst über einer vertrauten Landschaft lässt sie das Dahinterliegende sichtbar, jedoch entdramatisiert. Formen verlieren ihre Schärfe, ohne ihre Bedeutung zu verlieren.
Der Hintergrund bleibt präsent und vielschichtig. Er verweist auf die Welt mit ihren Strukturen, Routinen, Emotionen und Überforderungen. Farbliche Tiefen und fragmentierte Flächen erinnern an gelebte Zeit, an biografische Schichtungen. Doch diese Welt drängt nicht mehr. Sie ist eingebettet, gehalten, bewohnt.
Gelassenheit 1 ist eine Arbeit über das späte Erkennen eines inneren Raumes. Über eine Freiheit, die nicht im Außen gesucht wird, sondern im Bedeutungsraum zwischen den Dingen entsteht.
Die Arbeit wirkt wie ein stiller Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Bewegung und Ruhe. Sie lädt den Betrachter ein, nicht zu entschlüsseln, sondern mitzuschwingen.
Gelassenheit erscheint hier nicht als Ziel, sondern als Zustand, in dem Freiheit erstmals sichtbar wird.