Nr. 251 / Die Eleganz des Abstands / 36×48 cm / 2026 / Acryl auf Acrylpapier mit Leinenstruktur. #Gelassenheiten und Freiheit
Diese Arbeit aus der Werkreihe Gelassenheiten und Freiheit entfaltet ihre Wirkung nicht durch Nähe, sondern durch bewusste Zurücknahme. Sie spricht leise, aber bestimmt von einer Haltung, die nicht eingreift und doch aufmerksam bleibt.
Die Arbeit thematisiert Abstand nicht als Entzug, sondern als kultivierte Form der Wahrnehmung.
Das Weiß prägt die Arbeit als ruhige, tragende Ebene. Es legt sich schichtend über das Bild, ohne es zu verschließen. Vielmehr entstehen Durchlässe, freie Zonen, die den Blick gezielt freigeben.
Diese Elemente strukturieren die Komposition wie gedachte Pausen zwischen Bewegungen. Sie sind nicht zufällig gesetzt, sondern folgen einer inneren Logik der Balance. Kein Durchlass drängt sich auf, keiner verschwindet. Gemeinsam erzeugen sie ein spannungsvolles Gefüge aus Nähe und Distanz, aus Präsenz und Zurückhaltung. Die Komposition wirkt kühl, klar und zugleich beweglich.
Durch diese weißen Durchlässe treten die Farben des Hintergrunds hervor. Blau dominiert, begleitet von Grünnuancen und gebrochenen Übergängen. Diese Farben wirken nicht laut, sondern kontrolliert.
Sie stehen für die Gefühlsebene, für Strömungen von Emotion, die vorhanden sind, aber nicht überhandnehmen. Das Blau erinnert an Tiefe, an Weite, an gedankliche Klarheit. Das Grün bringt einen leisen Ton von Lebendigkeit hinein, wie ein Echo von Hoffnung oder innerer Bewegung. Die Farben bleiben stets hinter der weißen Gelassenheit, sichtbar, aber gezähmt.
Die Arbeit macht erfahrbar, dass Abstand keine Abwehr ist. Er ist eine Form von Eleganz. Die kognitive Ebene, verkörpert durch die weißen Flächen, erlaubt es, alles wahrzunehmen, ohne sich verstricken zu lassen. Gefühle dürfen erscheinen, doch sie bestimmen nicht das Ganze. In dieser kontrollierten Offenheit liegt die Freiheit der Arbeit.
Die Eleganz des Abstands ist damit eine stille Einladung, die Dinge, Menschen und Situationen des Lebens nicht festzuhalten, sondern ihnen Raum zu lassen. Die Arbeit zeigt, dass Gelassenheit nicht im Wegsehen entsteht, sondern im bewussten Dazwischen. In der Kunst wie im Leben.