Arbeit 258 Nicht ganz gerade canva

Nr. 258 / Nicht ganz gerade / 36×48 cm / 2026 / Acryl auf Acrylpapier mit Leinenstruktur.

Die Arbeit „Nicht ganz gerade“ entfaltet ihre Wirkung im Spannungsfeld zwischen Ordnung und Abweichung.

Auf den ersten Blick scheint die Komposition von rechten Winkeln, Schichtungen und Überlagerungen geprägt zu sein. Doch nichts fügt sich vollkommen. Linien kippen leicht, Flächen verfehlen die perfekte Orthogonalität.

Gerade darin liegt die leise Kraft dieser Arbeit: Sie verweigert die strenge Geometrie und öffnet einen Raum, in dem das Unexakte zur eigenen Schönheit findet.

Das Weiß liegt wie eine ruhige, gelassene Haut über der Arbeit. Es ist kein deckendes Schweigen, sondern ein atmender Zustand. Durch die Durchlässe im Weiß wird der Hintergrund sichtbar.

Fragmente von Grün, Ocker, Violett und warmen Erdtönen. Diese Farben bilden die Gefühlsebene: Sie wirken wie gespeicherte Stimmungen, wie Erinnerungen an innere Bewegungen, die sich nicht vollständig ordnen lassen.

Die Durchlässe strukturieren die Arbeit kognitiv. Sie sind Denkfenster, kleine Abweichungen im System, durch die Bedeutung entsteht. Nichts ist exakt ausgerichtet, und genau darin beginnt Identität.

Die Komposition wirkt wie ein bewusst verschobenes Koordinatensystem, in dem ein Winkel von 89 Grad nicht als Fehler erscheint, sondern als Einladung.

Diese Arbeit erzählt davon, dass Gelassenheit nicht im Korrigieren liegt, sondern im Zulassen. Wenn das Streben nach dem perfekten rechten Winkel nachlässt, offenbart sich eine eigene Ästhetik – brüchig, eigenwillig und zutiefst menschlich.

„Nicht ganz gerade“ ist damit weniger ein Bild über Abweichung als eine stille Feier der Freiheit, die im Ungefähren wohnt.

Kulturelle Kontextualisierung

Unsere Kultur ist besessen von Optimierung: der perfekte Körper, der makellose Lebenslauf, der reibungslose Auftritt in sozialen Medien. „Nicht ganz gerade“ stellt dieser Perfektion ein klares Gegenmodell entgegen, denn echte Identität entsteht nicht im Korrigieren, sondern im Zulassen des Ungenauen. Wer aufhört, sich gerade zu biegen, entdeckt eine Ästhetik, die kein Algorithmus erzeugen kann: die eigene.

Politische Kontextualisierung

Politische Systeme weltweit tendieren gerade zu einem gefährlichen Zug in Richtung Gleichförmigkeit: wer nicht ins Schema passt, wird korrigiert, ausgegrenzt oder überschrieben. „Nicht ganz gerade“ ist eine stille Provokation gegen diesen Drang zur Normierung, denn es sind die Abweichungen im System, durch die Bedeutung, Vielfalt und Freiheit überhaupt erst entstehen. Demokratie lebt nicht vom rechten Winkel, sondern vom Mut, schief zu stehen und trotzdem standhaft zu bleiben.

Ab dem 28.05.2026 ist diese Arbeit in einer exklusiven Ausstellung der Galerie Jaeschke, in den Räumen der Industrie und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, zu sehen.

Adresse der Ausstellung: Porschestraße 32, 38440 Wolfsburg

Bei Interesse zum Erwerb der Arbeit nehmen Sie bitte direkt mit der Galerie Jaeschke Kontakt auf.

Ansprechpartner sind Jana Jaeschke und Sabrina Pannier.

Galerie Jaeschke GmbH
Schuhstraße 42
38100 Braunschweig

Tel: (0531)24312-0
E-Mail: mail@galerie-jaeschke.de

Arbeit 258 nichtganzgerade
Meine Originale werden in einem selbstentwickelten Acrylglasssandwich gerahmt
Translate »