Nr. 260 / Sinnfugen / 36×48 cm / 2026 / Acryl auf Acrylpapier mit Leinenstruktur. #Gelassenheiten und Freiheit
„Sinnfugen“ ist eine Arbeit aus der Werkreihe „Gelassenheiten und Freiheit“, die wie ein Dialog zwischen Hand und Verstand wirkt.
Vier deckend weiße Kreise stehen im Vordergrund als konzentrierte Ruhepole. Sie sind nicht Schmuck, sondern Gelassenheit in Form gebracht: geschlossen, lichtstark, klar, verlässlich.
Darunter liegt eine durchscheinende Weißschicht wie ein Atem, der die darunter liegende Unruhe nicht negiert, sondern ihr Tempo dämpft.
Aus dieser Stille schneiden sich die streifenartigen Durchlässe heraus. Diese freien Flächen im Weiß sind die eigentlichen Elemente der Komposition: schmale, rhythmische Öffnungen, die den Blick lenken und zugleich begrenzen.
In ihnen sitzt die kognitive Ebene, nicht als Rechenwerk, sondern als Erkenntnisgeste. Die Arbeit zeigt Arte und Scienza als zwei Hände derselben Bewegung: das künstlerische Spüren, das in die Fläche geht, und das prüfende Denken, das Fugen setzt, damit Sinn entstehen kann.
Im Hintergrund flirren Farben und geschwungene Linien, eine vielschichtige Welt in Bewegung. Diese Farben stehen für die Gefühlsebene, für das unordentliche, lebendige Innen.
Durch die Durchlässe wird sie nicht gezähmt, sondern lesbar. Die Arbeit behauptet leise, aber entschieden: Freiheit beginnt dort, wo Gelassenheit Raum schafft und Denken nicht alles füllt, sondern Öffnungen lässt.