Arbeit 246 Das Schweigen der leuchtenden Rahmen

Nr. 246 / Das Schweigen der leuchtenden Rahmen / 36×48 cm / 2025 / Acryl auf Acrylpapier mit Leinenstruktur. #Himmelskörper

Die Arbeit „Das Schweigen der leuchtenden Rahmen“ entfaltet sich wie ein stilles Klagelied über die Entfremdung des Menschen im Zeitalter digitaler Kommunikation.

Das ikonische Smartphone, in den Himmel „gestanzt“ wie ein künstlicher Himmelskörper, schwebt in einer ambivalenten Haltung zwischen Präsenz und Auflösung.

Seine transparenten Ebenen lassen metaphysische Luftströme hindurchgleiten, als hätte das Gerät längst begonnen, seine Bedeutung als Vermittler menschlicher Nähe zu verlieren. Die herausfallenden App-Icons wirken wie gelöste Zeichen einer Identität, die sich zunehmend von ihren eigenen Koordinaten entfernt.

Der Hintergrund der Arbeit öffnet einen weit dimensionierten Himmel, dessen weiche Wolkenformationen in zarten Weiß- und Blautönen modelliert sind.

Diese atmosphärische Weite wirkt zugleich tröstlich und unerreichbar – ein Raum, der Botschaften statt aufzufangen einfach verweht. Die feinen Strömungen im Farbauftrag betonen, wie jede Sehnsucht nach echtem Dialog sich im Leeren verliert, lange bevor sie einen Resonanzpunkt finden könnte.

Das Interface selbst bleibt stumm wie eine leuchtende Maske. Obwohl wir es täglich berühren, adressieren und mit Worten füllen, besitzt es kein Innenleben, das antworten könnte. Die Arbeit thematisiert genau diese paradoxe Intimität: ein Gegenüber, das allgegenwärtig ist und dennoch keinerlei seelische Rückmeldung kennt.

Die kleinen Vögel am unteren Bildrand erscheinen wie uralte Boten einer anderen Kommunikationsform – rhythmisch, sinnstiftend, organisch – und bilden einen poetischen Kontrapunkt zur synthetischen Leere des Displays.

So zeigt die Arbeit auf eindringliche Weise, wie sehr wir uns an Interfaces wenden, die nur so tun, als könnten sie zuhören. Der Himmel, der das Smartphone umarmt, hebt diesen stillen Widerspruch hervor: Während die Natur uns Raum schenkt, ziehen uns digitale Oberflächen in dialoglose Tiefe. Die Arbeit wird so zu einem leisen, aber präzisen Kommentar darüber, wie unsere Stimmen im Licht der Rahmen verhallen – und wie weit wir uns bereits vom echten Dialog entfernt haben.

Arbeit 246 dasschweigenderleuchtendenrahmen
Meine Originale werden in einem selbstentwickelten Acrylglasssandwich gerahmt
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