Nr. 254 / Im Atelier / 36×48 cm / 2026 / Acryl auf Acrylpapier mit Leinenstruktur.
Im Atelier verdichtet den inneren Ort der Werkreihe Gelassenheiten und Freiheit zu einer bildnerischen Selbstvergewisserung.
Die Arbeit zeigt keinen Raum im klassischen Sinn, sondern einen Zustand. Das Atelier erscheint hier als geistiger Resonanzraum, in dem Denken, Fühlen und Sein in eine seltene Übereinstimmung finden.
Die Komposition wird von klar gesetzten Durchlässen geprägt. Der große zentrale Durchlass und der kreisförmige Ausschnitt markieren den Künstler selbst. Sie sind nicht als Figur ausgeführt, sondern als Offenheit, als bewusst freigelassene Zone. Der Künstler erscheint nicht als Körper, sondern als Präsenz.
Rechts davon öffnet sich ein weiterer Durchlass, der die Staffelei markiert. Zwischen diesen beiden Polen spannt sich ein stiller Dialog. Die Arbeit ordnet diese Elemente mit einer ruhigen Selbstverständlichkeit, als wären sie seit jeher an ihrem Platz. Die kognitive Ebene strukturiert den Raum, ohne ihn zu fixieren.
Durch die Durchlässe leuchtet der Hintergrund. Türkise, grüne und ockerfarbene Flächen durchziehen das Bild, begleitet von warmen Orangetönen und vereinzelten roten Akzenten. Diese Farben stehen für die Gefühlsebene des Künstlers. Sie wirken lebendig, aber nicht ungestüm. Es ist eine Energie, die fließt, nicht drängt. Die Farbschichten überlagern sich wie Gedanken, die kommen und gehen dürfen, ohne bewertet zu werden.
Das Weiß legt sich darüber wie eine schützende Stille. Es ist die Gelassenheit, die alles zusammenhält. Nicht als Leere, sondern als bewusste Zurücknahme. Das Weiß schafft Abstand zwischen den Ebenen und ermöglicht erst jene Freiheit, in der Kreativität nicht erzwungen werden muss.
So wird Im Atelier zu einer Arbeit über maximale Freiheit im Innersten. Hier ist das Atelier kein Arbeitsort, sondern ein Zustand vollkommener Übereinstimmung. Denken ordnet, Fühlen belebt, Gelassenheit trägt. Der Betrachter blickt nicht in einen Raum, sondern in einen Moment, in dem alles richtig ist, ohne erklärt werden zu müssen.